Stirbt die "Bloggerszene" aus?

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Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon darkest.heart » Sa 17. Jan 2015, 11:40

Als ich vor 3 Jahren anfing zu bloggen, kümmerte ich mich wenig um andere Blogger oder nahm an irgendwelchen Blog-Spielen teil, um mir Follower zu erschummeln. Mir waren die Blogs und deren Inhalte wichtig. (*so wie heute auch noch*)

Ich kam oft auf wirklich schöne Seiten mit organisierten und differenzierten Themen. Da war System und Herz dahinter.
Nur wenige der guten Blogs leben davon heute noch. Viele haben die Lust daran verloren:
> weil sich sich zu sehr unter Druck gesetzt haben
> weil nicht genügend konstruktives Feedback kam
> weil weniger der Aufwand, sondern mehr die Anzahl der Beiträge geachtet wurde...

Die Leute damals waren bereit für Kooperation:
> gemeinsame Projekte mit talentierten/wissenden Leuten
> man nahm sich noch die Zeit und schrieb mehr als 2 Zeilen oder ein einfaches "(..)schön(..)" unter einen Beitrag
> Aufrufe und Anfragen auf dem eigenen Blog wurden auch ohne "Belohnung" gerne mitgemacht...

Auch die Foren, in denen ich aus Zeitgründen ein Jahr lang nicht mehr sein konnte, sind quasie ausgestorben.
Viele Blogs die man findet, liegen seit Monaten brach.

Und was mich besonders Stört:
Wenn man heute noch einen Kommentar ergattert, dann geht es meist nur um "Werbung" oder "Klicks". Kritik ist anscheinend gar nicht gerne gesehen und man hat Angst, ebenfalls die ehrliche Meinung zu hören, wenn man sie bei anderen anbringt. Und wenn man sich erdreistet jemandem einen gutgemeinten Tipp zu geben, wird es als "Miesmache" aufgefasst. Selbst der Ausspruch "Ich lese diese Art von Blogs nicht", sorgt dafür, dass man nicht mehr angehört wird oder sich die Leute verteidigen...

Aber zurück zu eigentlichen Frage:
Was denkt ihr?
Stirbt die Kultur der überlegten, kreativen, individuellen und aktiven Blogger aus?
Oder haben sie sich nur von den "Anfängern" abgesetzt?
Gibt es noch Vielfalt?
Oder nur noch Fashion, DIY und Amateur-Fotografie?
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Stirbt die "Bloggerszene" aus?

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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Dark_Lord » Sa 17. Jan 2015, 12:05

Mal angefangen bei den letzten Fragen: Es gibt tatsächlich noch Blogs, die sehr interessant sind. Nur findet man diese meist nicht in den gängigen Portalen, eher durch Zufall. und es sind die Kommentare, die auf dem Weg dahin führen. Kommentare, die einen guten und stichhaltigen Sinn abgebe. So bin ich heute, mal wieder nach langer Zeit, auf ein gutes Blog gestossen. Nicht über ein Portal, sondern durch einen Kommentar, der so interessant war, dass der Autor mit seinem Blog begutachtet werden mußte.

Fashion und Lifestyle sowie Fotografie bestimmen das große Bild - das ist richtig. Doch die Perlen, die Schmuckstücke findet man, die kann man nicht suchen. Und solche Blogs leben dann auch oft ewig, wenn wirklich Herz dabei ist.

Wer freut sich nicht über hohe Besucherzahlen und die Anerkennung dadurch. Doch meist ist der eingeschlagene Weg, diese zu bekommen, nicht der Richtige. Du erinnerst dich, als ich damals meine Blog-Meckerkiste eröffnet hatte, hatte ich auf einen Schlag - ohne Werbung groß zu machen außer am Anfang - regelmäßig in den ersten Wochen über 100 Besucher. Tatsächliche Besucher. Wo auch immer diese herkamen, ohne Werbung kamen sie. Ich denke, es war die Idee dahinter, die zählte. Es war in der Form, soweit ich weiß, einzigartig.
Und genau das, denke ich, ist der Punkt, an dem so viele mit ehrlichen Besuchern scheitern. Der Werbe-Kommentar, die Gewinnspiele mögen Marketing sein. Doch nur wenn der Inhalt des Blogs stimmt, dann kommen die Besucher und die Kommentare auch öfter, regelmäßig.

Doch zuerst sollte man sich auch selbst als Blogger die Fragen beantworten: Warum blogge ich? Will ich berühmt werden oder welchen Zweck verfolge ich? Will ich damit Geld verdienen? Was bringen die Portale?

Ehrlich, meine Meinung ist, die 3 Besucher am Tag, die durch Portale auf mein Blog finden, die sind schön. Doch die 10 Besucher, die mein Blog regelmäßig, fast täglich besuchen, sind viel schöner. Dein Blog besuche ich öfters und gerne, weil ich deine zeichnerischen Künste mag. Doch was soll ich auf einem Fotoblog? Was auf einem Modeblog? Was in einem Veganer-Blog - wenn mich die Themen von Haus aus schon nicht interessieren?

Ich denke, man sollte sich und seiner Linie stets treu bleiben. Und wenn schon Kooperationen, dann mit Sinn. Wie unsere, als du meine Gedichte bebildert hast - da haben wir beide profitiert. Ich bin jetzt 1,5 Jahre dabei und ich möchte es nciht mehr missen. Für mich ist es der Ausguss meiner Seele, der Müllabladeplatz meines Lebens. Und das ist der Sporn, der mich antreibt. Und wenn es jemand auch noch mag, umso besser. Gewiss, es gab auch Zeiten, wo ich durch beruflichen Stress oder auch sporadisch auftretende Spielsüchtelei mal einen Monat ausgesetzt hatte. Aber nur ausgesetzt, nie aufgehört. Weil ich mit Herz dabei bin. Ob nun 100 Besucher ohne Kommentar oder 10 Besucher mit 2 Kommentaren, es gibt kein Ziel, nur einen Weg.

Nein, die Bloggerszene stirbt nicht aus. Es gab einen Run, einen Zeitpunkt mit maximaler Intensität. Die ist nun vorbei. Jetzt gibt es noch die, die etwas bezwecken und/oder mit Herz dabei sind. Denen die Besucherzahlen egal sind. Die ein Blog als das sehen, was es im Grunde ist: ein Tagebuch. Wie bei dir, wie bei mir.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon yyymimiyyy » Sa 17. Jan 2015, 12:20

Ich bin ja auch schon seit 2012 Bloggerin und habe den Wandel miterlebt. Zum einen ist es schwerer geworden noch irgend wen zu erreichen da die Menschen einfach lesefaul geworden sind.
Wer wirklich nicht mehr mit mode oder Beauty kommt, hat kaum noch eine Chance wobei selbst diese Kategorien Dank youtube schon kämpfen müssen.
Dazu konkurrieren blogger mit großen Unternehmen. Wer kocht und backt hat Chefkoch z.B als Konkurrenz, Mode blogger müssen sich gegen Modelabel blogs durchsetzen, DIY Blogger haben diverse Zeitschriften als Konkurrenz usw. Wie soll sich da auch ein normaler Mensch durchsetzen wenn firmen Tausende ausgeben können und mit einem ganzen Profi Team auftanzen? Bei den großen Bloggern sehe ich eher das Problem das sie keinerlei Interesse mehr an neuen blogs zeigen. Es war mal ein Hand in Hand arbeiten, heute nur noch jeder gegen jeden.
Mir persönlich geht deswegen auch regelmäßig die Motivation flöten. Kommentare bestehen nur noch aus Werbung, Blogger Freundschaften gibt es nicht mehr, gefolgt wird nur wenn man auch selbst folgt usw. Der Druck ist auch Riesen groß geworden. Wer nicht in der Unendlichkeit des Netzes verschwinden will muss immer höhere Qualität anbieten, mehr Geld investieren und kann niemals mal eine Woche pause machen. Das alles dann um eventuell mal interessant für Sponsoren zu werden um dadurch wenigstens ein bisschen Geld was man rein gesteckt hat wieder zu bekommen.
Ich würde mich wahnsinnig freuen wenn ich mal einen großen Sponsor an Land ziehen würde um von dem Geld eine richtige Kamera kaufen zu können, denn bei den Fotos kann ich auch nicht mehr mithalten so wie früher.

Also zusammen gefasst glaube ich nicht das Blogs aussterben werden. Durch die großen Blogger ist die Messlatte nur sehr hoch gelegt worden. Deswegen geben viele mit der Zeit auf, insbesondere bei nieschenthemen die wenigere Leute ansprechen. Die großen Blogger verdienen halt schon Geld damit und die kleinen müssen das selbe Niveau bieten aber aus eigener tasche finanzieren. Das ist für viele nicht machbar. Ich glaube allerdings das die Anzahl an Blogs weniger wird. Es wird bald nur noch die großen geben, die irgend wo dazwischen die noch nicht alles hingeschmissen haben und es als reines Hobby betreiben und die kleinen die das mal testen und wieder aufgeben.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Jakob THoböll » Sa 17. Jan 2015, 12:22

Ich bin auch froh, wenn ich ein paar differenzierte Rückmeldungen kriege. Das ist völlig ausreichend.
Und wenn ein boom vorbei ist hat das auch Vorteile: Die, die es ernst meinen sind noch da.

Den Punkt der Kritik kann ich genau nachvollziehen. Mich regt es auch kolossal auf, wenn ich einen Kommentar kriege, der nur enthält "Sorry, aber deine Bilder sind nichts."
Gegen eine kritische - differenzierte Rückmeldung habe ich gar nichts einzuwenden, im Gegenteil, ich freue mich über eine Diskussionsgrundlage, und versuche selbst immer genauer zu benennen, was mir gefällt, und warum, oder warum nicht.
Über die Vielfalt der Blogs kann ich nicht so viel sagen. zwar kenne ich auch ein paar blogs, die in keine er genannten Gruppen gehören, aber als Photograph treibe ich mich meist auf Photoblogs herum. Nur manchmal stoße ich zufällig auf besondere, besonders schöne Blogs von Autoren beispielsweise.
Liebe Grüße
Jakob
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon darkest.heart » Sa 17. Jan 2015, 12:52

Danke für die schnellen und ausführlichen Antworten :) ich freue mich riesig darüber.
und ich glaube dieser Beitrag wird ein Fangnetz für diese seltenen Blogs :)

@Dark Lord:
>>Leider gibt es eben diese "Herz-Blogs" nicht für ewig, was ich eben betrauere. Nur wenige haben die Zeit jeden Tag oder jede Woche Beiträge zu posten, die eine Regelmäßigkeit haben und damit Leser anziehen. Und wer dann nur Leser verliert, weil er nicht immer Zeit hat und die Kommentare somit auch ausbleiben... zja der verliert auch die Lust und bleibt lieber mit seinem Hobby für sich.
>>Individuell zu sein ist natürlich wichtig. Es fliegen nur so viele "ich-habs-versucht-und-gleich-wieder-gelassen"-Blogs durchs Netz, dass man diese individuellen nicht mehr findet... das Internet mutiert zur Schutthalde.
>>Dass man die schönen Blogs nur über Aktivsein (selbst stöbern und Kommetare verfassen - was wiederum ein Zeitfaktor ist) und Glückstreffer findet, ist Tatsache, da gebe ich dir Recht - leider...

@mimi:
>>Natürlich werden sie nicht komplett aussterben, aber durch zu viel Konkurenz und fehlende Höflichkeit im Internet fehlt den meisten die Motivation sich wirklich in die Sache rein zu hängen. Ich habe auch immer wieder die ein oder andere Phase, in der ich mir denke: "für was?! - da bekomme ich mehr Meinung, wenn ich mich mit meinem Bild in Muttis Wohnzimmer blicken lasse!"
>>Die Anzahl der Blogs und der niveauvollen Foren wird auf jedenfall sinken. oder ist schon gesunken... eigentlich schade...
>>Ps.: wenn du eine gute kamera suchst, ich verkaufe meine gerade mit einigem Zubehör :D

@Jakob:
>>Man sieht eben auch bei Fotoblogs deutlich, wer Spaß daran hat und sich damit beschäftgt, oder wer gar keine Lust hat sich weiterzuentwickeln und einfach nur über jedes Bild den gleichen Filter drüber wirft. Auch bei Kunstblogs... ich komme immer wieder zufällig auf der Suche nach neuen Seiten auf dieser einen vorbei... sie ist ihrem Stil und ihrer Minimalistischen Aufwandtsart treu geblieben... langweilig... aber produktiv und weil sie dadurch 3 Beiträge per Woche schalten kann gibt es auch mindestens 10 Kommentare darunter... Nur vorsicht, wenn man mit Kritik kommt :D Kommentare von mir wurden eiskalt gelöscht (Den Blog nenne ich aus Schutzgründen nicht)
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Jakob THoböll » Sa 17. Jan 2015, 13:16

Ich war auch kurz davor, den zitierten Kommentar zu löschen...
Ich komme auch meist auf zwei Posts die Woche, wenn es gerade passt auch mehr. Aber manchmal habe ich auch echt Mühe meiner Vorgabe Mittwoch und Sonntag immer zu posten treu zu bleiben.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon darkest.heart » Sa 17. Jan 2015, 13:35

Jakob THoböll hat geschrieben:Aber manchmal habe ich auch echt Mühe meiner Vorgabe Mittwoch und Sonntag immer zu posten treu zu bleiben.


Diese Vorhaben nehme ich mir erst gar nicht... Ich weiß, dass das nach 4 Wochen sowieso nichts mehr drauß wird.
Aber genial, wenn du das meistens schaffst :)
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Jakob THoböll » Sa 17. Jan 2015, 14:07

Ich glaube, in dem halben Jahr, das mein Blog online ist, habe ch nur ein oder zweimal die Frequenz unterboten, weil ich nicht da war, und vergessen habe vorzuarbeiten.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon genrik » Sa 17. Jan 2015, 23:59

Seit 2007 besteht mein Blog, und mit den beiden heutigen Posts sind inzwischen 878 zusammengekommen. Daraus ein Jahresmittel zu errechnen, ist unwichtig und würde keine Rückschlüsse erlauben auf irgendetwas, das ich dabei im Sinn gehabt hätte. Ich habe mir keine Vorgaben gesetzt und keine Vorsätze gefaßt, weil ich aus dem Alter bin, in dem man sich zu etwas zwingen muß. Die meisten Posts entstanden und entstehen, wenn mir etwas ins Auge fällt, worüber ich mich früher geärgert habe. Heute verarbeite ich es mit satirischem Zugewürz, quasi als seelischen Stuhlgang, brauche mich weniger oder gar nicht mehr zu ärgern über das Sujet - und mache manchen noch eine Freude damit, wenn sie meine Schreibe lesen. Joseph Pulitzer, der berühmte Namensgeber der Preises, stellte drei Regeln für journalistische Arbeit auf, die eigentlich für alle Bereiche des Schreibens gleichermaßen Gültigkeit haben. Ich bemühe mich, sie bei meinem Blog zu beherzigen:
1) Schreibe kurz, dann lesen es die Leute.
2) Schreibe klar, dann verstehen es die Leute.
3) Füge ein Bild hinzu, dann behalten es die Leute.
Für Längeres und Literarisch Gefärbtes habe ich meine Homepage. Da gelten andere Kriterien.
Aber das Wesentliche für meine Bloggerei (daher auch der Titel: Ich will mich nicht 'bloggieren') besteht darin, daß ICH dabei Spaß habe und nicht auf irgendetwas schiele. Ich dulde keine Werbung, will nichts verkaufen, niemanden von irgendetwas überzeugen, niemanden 'missionieren'; denn das finde ich suspekt und abstoßend, wenn es jemand bei mir versucht.
Fazit zu dem interessanten Thema: Ich glaube nicht, daß die Bloggerszene vom Aussterben bedroht ist. Wer Spaß hat dabei, wird ihn nicht selbst versagen wollen, indem er dessen Quelle verstopft.
In diesem Sinne: Nicht nur ein gutes 2015, sondern viele weitere gute Jahre für die Bloggerei!
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Julias Buchblog » So 18. Jan 2015, 17:58

Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendwas weniger wird, weder die Zahl der Blogs insgesamt oder die "tollen" Blogs oder auch die Foren. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, es werden immer mehr. Damit wird es allerdings auch immer schwieriger, die passenden zu finden - zum Lesen und für Kooperationen.

Dass sich der Ton verändert, höre ich zwar immer wieder, kann aber auch das selber nicht bestätigen. Kommentare sind mal belanglos, mal hilfreich und selten auch daneben, aber das waren sie bei mir und den Blogs, die ich regelmässig lese, schon immer. Die vielbeschworene übermächtige Konkurrenz durch "grosse" Blogger, Magazine oder Plattformen wie Chefkoch finde ich auch nicht störend. Als Buchbloggerin sind Bücherforen oder auch Amazon eher eine zusätzliche Möglichkeit, neue Leser zu gewinnen. Ich habe auch nicht den Anspruch, mit professionellen Angeboten mithalten zu können, sondern habe meine Nische gesucht, gefunden und es mir dort gemütlich gemacht.

Und klar hören immer wieder mal einige der alten geliebten Blogs auf. Das hat aber m.A.n. wenig mit der Gesamtheit aller Blogs oder mit deren Qualität zu tun, sondern liegt am persönlichen Leseverhalten. Bloggen ist ein zeitintensives Hobby ist und erfordert viel Eigeninitiative und ist dementsprechend etwas, was die meisten nicht jahrzehntelang machen. Und erfahrungsgemäss sucht man mit der Zeit nicht mehr so intensiv nach neuen lesenswerten Blogs wie am Anfang, so dass sich dadurch "alte" Blogs in der Leseliste häufen und dadurch nach einiger Zeit auch die Rate der aufgegebenen Blogs hoch scheint. Passend dazu schreibst du ja:
darkest.heart hat geschrieben:Auch die Foren, in denen ich aus Zeitgründen ein Jahr lang nicht mehr sein konnte, sind quasie ausgestorben.
Irgendwann ist eben nur noch der harte Kern übrig, und auch der zieht dann weiter zu neuen Blogs/Foren/Aktivitäten. Das heisst aber nicht, dass nichts mehr "nachwächst"...
LG, Julia

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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon katzenauge » Di 20. Jan 2015, 19:31

ich habe sommer 2012 angefangen zu bloggen, damals fand ich das es viele gute mittelmäßiggroße blogs gab (so 100-500 Leser, tut mir leid dies auf leser reduzieren zu müssen aber naja anderer vergleich fällt mir gerade nicht ein und klickzahlen kenne ich nicht genau)
Heutzutage empfinde ich es viel mehr so das es eine handvoll "Profie"blogger gibt (also leute die davon leben können) ein paar mittelfeldblogger und viele viele viele anfänger die nur wegen kooperationen anfagen zu bloggen, ein vorgefertigtes design haben und bei allen möglichen folgespielen mitmachen um den firmen was zeigen zu können.
Das bezieht sich natürlich nicht auf alle anfänger, aber von nichts kommt nun mal nichts!
ich bekomme ro Woche ungefähr 5 anfragen ob ich sie nicht vorstellen könne da sie neu sind, das geht einfach nicht denn nun ja für seine arbeit will man ja auch irgendwo belohnt werden und 5 blogvorstellungen die woche geht einfach nicht, denn mein blog ist ja keine werbeplattform.

Insgesamt finde ich es schade das es kaum noch konstruktive kritik gibt, also wenn ich welche habt immer her damit ;)
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon viv_ » Do 5. Feb 2015, 13:04

Ich bin erst neu im Bloggermetier, ich bin erst seit Anfang diesen Jahres aktiv.

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass vor allem "ältere" Blogger konstruktive Kritik oder auch ihre Meinung schreiben, was ich selbst als sehr positiv empfinde.

Allgemein gibt es unglaublich viele Blogs über Mode und Beauty, auf der Startseite vom Blogzug sehe ich immer wieder bunte Fingernägel und Shoppingschnäppchen. Mir selbst wurde dann gesagt, dass mein Blog langweilig sei, weil er eben nicht diese Themen enthält, sondern ich auch mal über Themen schreibe, die in die politische Richtung gehen, was aber als langweilig und uninteressant empfunden wird, vor allem von jüngeren Bloggern.

Ein Aussterben gibt es dahingehend vielleicht, dass zu viele Personen über Dinge schreiben, die schon mal geschrieben worden sind, zB in Zeitschriften. An einen Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Medien und Blogs glaube ich nicht so stark, leider habe ich aber, wie @katzenauge es schon geschrieben hat, schon oft gesehen, wie um Blogvorstellungen gebettelt wird. Gerade die Bettelei ging mir zB bei Facebook auf die Nerven, mit "WggW", "PggP" und Verlinkungen auf Fotos von Leuten mit 5.000 Freunden sollten da den "Fame pushen".

Lange Artikel werden zwar gelesen, aber immer wieder höre ich, dass Bilder fehlen. Ich möchte möglichst meine eigenen Bilder verwenden und manchmal passen sie eben nicht, da wird man schnell in eine Ecke geschoben, abgestempelt und vergessen. Leider.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon TanjasBunteWelt » Do 5. Feb 2015, 13:55

Sehr interessant die ganzen Beiträge hier zu lesen.
Selbst bin ich auch ein "Neuling" und seit letztem Jahr blogge ich. Da ich aus Österreich bin, und die Szene nicht ganz so überrannt ist, wie in DE, bekomme ich es nur bei den anderen Bloggern mit.
In der Zeit bis jetzt, sind meiner Meinung nach, extrem viele neue Blogs dazu gekommen. Wenn dann stirbt vielleicht eher der Leser aus. Es muss schwierig sein, bei der Reizüberflutung noch einen Durch- oder Überblick zu haben.
Gute Blogs zu finden, ist wirklich schwierig, aber was ist denn ein guter Blog?! Jeder sieht das ja etwas anders.
Manche Nischen sind wirklich schon mehr als überfüllt, gerade im Beauty und Fashionbereich.
Ich denke, Blogger selbst sterben nicht wirklich aus, aber werden sicher wieder weniger. So meine Vermutung.
Über konstruktive Kritik würde ich mich auch mehr freuen als über ein - sorry das geht gar nicht! oder so ;)
Liebe Grüße Tanja
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon curvy ginger » Do 5. Feb 2015, 15:04

uuuah, oh nein, hilfe, wo ist mein beitrag?! :o

ich hatte vorhin hier was geschrieben, natürlich was langes...und jetzt ist es weg! :evil:
hmmpf.. menno... das gibt es doch nicht.

das tippe ich jetzt aber nicht alles nochmal... weiß es auch gar nicht mehr.

och maaaaaann... :( wie gemein. warum konnte das nicht passieren, als ich was kurzes geschrieben habe?!

kann man das noch irgendwie "wiederholen"?
hat mir doch angezeigt, dass mein beitrag eingetragen wurde....
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon curvy ginger » Do 5. Feb 2015, 15:07

so, dank der zurück-taste habe ich meinen text gefunden. also jetzt ein neuer versuch ;)


ich würde mich nicht in die ecke schieben lassen.

ich kann nur von mir reden, aber ICH mache mein ding, wie es MIR gefällt.
ich muss / will nicht von meinem blog leben, deshalb nehme ich mir die freiheit, alles so zu machen, wie ich möchte. es geht schließlich um mich und deshalb ist es auch mein style. ;)

natürlich freue ich mich über jeden leser / interessenten / kommentar, wenn er ehrlich gemeint ist.
aber ich würde nie was schreiben, weil "man es so macht" oder weil irgendwer irgendwas bestimmtes erwartet, oder nur, um schnell bekannt zu sein. dann mache ich lieber langsamer und habe dafür wirkliche interessenten / leser.
deshalb mache ich auch nicht bei irgendwelchen spielchen mit, das brauche ich nicht.

klar, mit diesen typischen mode- / beauty- gedöns-blogs bekommt man sehr schnell sehr viele follower, aber neee, danke, das ist nicht meins, das will ich nicht. bei mir gibt es zwar auch etwas aus diesen bereichen, aber eben auf meine art. solche typischen blogs interessieren mich auch als leser überhaupt nicht.

es ist natürlich immer leichter, mit dem breiten strom zu schwimmen, aber das war noch nie mein ding :mrgreen:

als leser interessieren mich auch vor allem blogs, die etwas spezieller sind - egal, in welche richtung. ich habe sooo viele interessen und ab und an entdecke ich auch mal einen blog, der ansich gar nicht so meins ist vom thema, mich dann aber doch überzeugt und ich gerne öfter vorbeischaue. muss nur gut gemacht sein.

ich denke auch, dass es nicht unbedingt direkt ein aussterben gibt, sondern vieles eher zu einem brei vermischt, weil viele die gleichen oder ähnliche themen behandeln und dann ist es nichts besonderes mehr.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Tamaro » Do 5. Feb 2015, 23:43

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.
Ich blogge seit 2006 und habe so manche Menschen im Netz getroffen, mit denen ich für eine bestimmte Zeit eng in Kontakt stand.
Manche waren sehr kurz dabei, und manche auch sehr lange, je nachdem ihre Lebensumstände waren.
Ich habe mich nie gefragt, was ich für andere und warum blogge. Ich habe es immer für mich getan. Und habe damit auch oft Leute gefunden, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Ich glaube nicht, dass die Bloggerszene ausstirbt. Es kommen nur andere Blogger in den Vordergrund.

Eins habe ich beobachtet: Wenn die Lücken zwischen den Einträgen zu lang werden, kann man absehen, dass der Blog irgendwann aufgegeben wird.
Es wird immer auf DAS besondere Thema, DAS besondere Ereignis gewartet, über das man schreiben möchte, und die Hürde, einfach einen Post zu schreiben, wird dann immer höher.
Mein Rat für 'Durststrecken' wäre z.B., für einen nächsten Eintrag nicht zu lange zu warten, egal, was man dann schreibt.
Dann bleibt die Lust am Bloggen nämlich erhalten,- nicht für andere, aber für sich selbst. :)
Zuletzt geändert von Tamaro am Fr 6. Feb 2015, 01:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Zuckerwolke » Fr 6. Feb 2015, 00:06

Ich denke ja.

Die Zukunft liegt bei Instagram. Schnell und effektiv.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon yyymimiyyy » Fr 6. Feb 2015, 11:57

Instagram bezweifle ich. Ich kann mich damit noch immer nicht so anfreunden. Es wird wohl eher Youtube sein. Man muss nicht lesen und findet dort alles was es auch auf blogs gibt, es beansprucht nur weniger das Gehirn. Klingt zwar fies aber die Menschen werden immer fauler in Sachen lesen und lassen sich halt lieber beschallen.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon Kreuz-Quer » Fr 6. Feb 2015, 12:28

Bloggerscene?

Ich verabschiede mich auch gerade aus der Bloggerszene. Meinen Blog werde ich weiter führen aber das drum rum Zug Tags und wie sie nicht alle heißen nervt mich nur noch. Warum?
Ich als Fotoblogger schau mir vor allem Fotoblogs an. Leider gibt es nur eine Handvoll die meiner Meinung nach heraus stechen. Der Rest ist meist nur so ein "ich hab ne Kamera und muss jetzt jedes krumme schiefe Bild in die Welt laden" Blog. Das ist ja gar nicht weiter schlimm, doch wenn man diesen Bloggern, die einen auch noch nach Kritik fragen konstruktive Kritik gibt. Wird dies als negatives nörgeln gesehen. Wie kann man sich auch erlauben Fehler anzusprechen wenn vorher 20 Leute Kommentiert haben das alles so schön ist. Und genau das ist es was mich stört, dieses gegenseitige Lobgehudel.
Überall ist alles nur toll und schön, man will ja auch nur tolle schöne Kommentare haben und das nervt. Das ist einfach nur Falsch. Sich gegenseitig die Taschen voll hauen.
Es ist nicht alles schön und wenn etwas scheiße aussieht sollte man das auch sagen dürfen... oder?
Zu den ganzen kreativen Beautyblogs die ihren DM Einkauf in die Welt schreiben sag ich mal lieber gar nichts.... ganz zu schweigen von Beiträgen wo man mal wieder angibt wie viel Müll man in möglichst kurzer Zeit gemacht hat. Keine neuen Ideen aber alles immer ganz toll.
Dann gibts noch Politikblogs die meinen je öfter sie irgendwelche Verschwörungen wiederholen werden diese wahr.
Vielleicht bin ich langsam alt und verbittert, oder auch einfach nur genervt von dieser heilen Welt schei***.
Mit den paar Leuten die es noch schaffen auch mal anzusprechen was nicht so toll ist halte ich gerne Kontakt aber ich brauche keine Szene die sich die Taschen voll haut um selber auf dem jeweiligen Blog Egopusher zu bekommen die gar nicht verdient sind.
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Re: Stirbt die "Bloggerszene" aus?

Beitragvon yyymimiyyy » Fr 6. Feb 2015, 13:38

@kreuz-quer ich denke du erinnerst dich nicht mehr an mich. 2012 habe ich es gewagt dich zu kritisieren und das gefiel dir gar nicht.
Ja, mich nervt es auch das Kritik nicht gerne gelesen wird und das man gleich attackiert wird (seit deiner Reaktion kritisiere ich auch nicht mehr sondern ignoriere wenn Kritik nicht deutlich erbeten wird).
An sich hast du aber durchaus recht. Es ist lästig das man seine (negative) Meinung nicht schreiben kann und es ist auch nervig wenn man lediglich Kommentare von Bloggern bekommt die einfach nur für sich selbst werben wollen. Ich kann auch nicht verstehen warum es Menschen gibt die sich für die Einkäufe anderer interessieren oder ihren Müll... Das ist aber wohl eher Geschmacksache.
Ich kann auch nicht verstehen warum sich Leute gerne Fotos von irgend welchen Dingen ansehen weil es mich halt nicht interessiert. Du wirst wohl auch nicht verstehen können warum ich mir gerne Fotos von Kuchen usw. ansehe :D geschmackssache halt. Was wirklich schade daran ist, ist das neben Beauty und Fashion nicht mehr wirklich Platz für andere Blogs ist. Diese beiden Kategorien machen einen Großteil der Bloggerszene aus. Es wird also wohl eher die Vielfalt aussterben und nicht die Szene an sich.
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